Samina


Samina

Besser und gesunder schlafen durch bewusstes Abschalten

 

Es ist sehr vorteilhaft zu lernen, den alltäglichen Stress rechtzeitig abzubrechen. Das Alternativprogramm heißt: loslassen, entspannen und erholen. Und hüten Sie sich vor „falschen Kuren” mit Kaffee, Nikotin oder Medikamenten. Auch Fernsehen hat in der Regel nichts mit Erholung und Entspannung zu tun, im Gegenteil, Fernsehen transportiert eine Reihe anderer versteckter Stresseinflüsse.

 

Ein ruhiges Gespräch mit Freunden bei einem Glas gutem Wein oder entspannende Musik hören sind wohltuend. Manchmal helfen uns auch einige Seiten entspannender Literatur, sich an Kunst zu erfreuen oder selber zu zeichnen, malen, tanzen oder lustvoll Sport zu betreiben. Wichtig: Alles ohne Zwang und Zeitstress!

 

Unser Körper hat einen biologischen Grundrhythmus von etwa 90–100 Minuten zwischen Belastung und Erholung. Dies kennen wir bereits von den Schlafrhythmen. Nun ist eine Entdeckung des Schlafmediziners und Chronobiologen Prof. Dr. Karl Hecht sehr interessant. Er hat nämlich in Messungen nachgewiesen, dass wir auch am Tag genau diesem Zyklus folgen und ein gesunder Organismus durch Einsetzen von Müdigkeit, Nachlassen der Motivation und Konzentration uns Signale gibt, wann es Zeit ist, eine Erholungspause einzulegen. Wenn man trotz Erschöpfung längerfristig auf die so genannten BRAC-Pausen (BRAC = basic rest activity cycle) verzichtet, dann treten körperlich-psychisch-geistige Funktionsstörungen bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen auf. Und der schlechte, nicht erholsame Schlaf folgt auf den Fuß!

 

Das kennen Sie bestimmt: Trotz guter Vorsätze und Strategien – plötzlich ist nur noch alles Stress pur. Das Herz klopft, der Blutdruck steigt, die Hände zittern, Sie haben das Gefühl, jetzt förmlich zu „platzen”. In dieser Situation gibt es vernünftigerweise nur noch eine Lösung – sofort alles abbrechen. Dann nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und schreiben mit großen Buchstaben das Wort ENDE.

 

Tief ausatmen und erst dann Luft holen. Jetzt ist es wichtig, durch eine kurze Pause das innere und äußere Tempo aus der Situation zu nehmen. Es kann auch sehr hilfreich sein, wenn Sie dann wieder starten, die ersten Minuten in den „Slow-Motion-Modus” zu gehen. Dies bedeutet, dass Sie im Zeitlupentempo wieder langsam Fahrt aufnehmen. Die Kraft der Langsamkeit hilft Ihnen, aus dem situativen Kreislauf des Stress-Denkens und Stress-Handelns herauszukommen.

 

Wenn es Ihnen trotzdem gar nicht mehr gelingt, mit sich selbst, den anderen oder der Situation zurechtzukommen, und Sie durch den Dauerstress Gefahr laufen, neurotisch zu reagieren, dann brauchen Sie Hilfe von außen. Das kann Unterstützung und Hilfestellung durch Freunde, Familienmitglieder oder Arbeitskollegen sein. Noch besser ist es in vielen Fällen, sofort eine Aussprache mit einem Psychologen, Arzt oder Stress-Therapeuten zu suchen. Das bringt Klärung und neue Perspektiven in Ihr Leben und verbessert vor allem den für jeden Mensch so wichtigen Schlaf. Auch ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt, sich mit Autogenem Training, Yoga oder Meditation auseinanderzusetzen. Und seien Sie realistisch – es gibt immer einen Ausweg!

 

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